Aktuell gibt es in Deutschland 383(!) verschiedene Tarife, um ein Elektroauto an öffentlicher Infrastruktur zu laden. Nach wie vor wird dieser undurchsichtige Tarif-Dschungel als ein essenzielles Hindernis bei der Etablierung der Elektromobilität gesehen. Was läge also näher, als eine Flatrate, wie man sie beispielsweise beim Mobilfunk kennt? Was wäre, wenn es die die eine App gäbe, mit der ich einfach überall laden kann, wo ich gerade laden will oder muss? Das haben sich auch Gowrynath „Gowry“ Sivaganeshamoorthy und sein Team bei Elvah gedacht und arbeiten nun genau an dieser App.
Für alle Interessierten gibt es einen ELVAH RABATTCODE:
CLEANELEC21
gibt 15% Nachlass auf alle Flatrates für 3 Monate (einlösbar 31.05.2021)!
Auch das Bundeskartellamt ist wenig amüsiert von den teilweise unverschämten Methoden einiger Player in diesem Markt, was nun zur Folge hat, dass diverse Energieversorger und Stadtwerke Post bekommen haben. In einer kartellbehördlichen Verfügung prangert das Amt intransparente Tarifmodelle, komplizierte Zahlungssysteme und überhöhte Preise an und verlangt umfassende Auskünfte von den angeschriebenen Unternehmen. Wir dürfen gespannt sein, ob am Ende für uns Verbraucher etwas Positives dabei herauskommt.
Im Rahmen einer Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen die Bundesregierung schrieb außerdem Tesla Brandenburg kürzlich einen „Brandbrief“, in dem man grundlegende Reform des Genehmigungsrechtes in Deutschland inkl. Vorrang für nachhaltige Energiewendeprojekte fordert. Ob die Giga Berlin tatsächlich ein solches ist, darüber kann man natürlich streiten. Dennoch stecken in den Forderungen und Schilderungen der Probleme, die im Bürokratismus der Genehmigungsverfahren wurzeln, viel Wahres.
Außerdem sehen sich Deutschlands Batterie-Recycling-Unternehmen sehr viel mehr und sehr viel komplizierterer Arbeit gegenüber, als sie angenommen hatten. Zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt hat man wohl nicht mit den großen Mengen an Traktionsbatterien von so ziemlich allen Autoherstellern gerechnet, schreibt zumindest das Handelsblatt. Dass dabei viele nahezu unbenutzte Batterien dem Recycling zugeführt werden, ist dabei das eigentliche Problem. (Hier haben wir übrigens an einigen Stellen versehentlich von Mega-Tonnen gesprochen, obwohl es um „Tausende Tonnen“, also Kilo-Tonnen“ ging. Sorry.)
Ferner sprechen wir noch über Frankreichs etwas andere „Abwrackprämie“, machen einen kleinen Abstecher in die Nutzfahrzeug-Ecke und freuen uns über Selbstbau-Elektrofahrzeuge und das E-Auto-Abo von einem bekannten Kaffeeröster.
Viel Spaß beim Hören!
Links zur Sendung
- Diese Episode inklusive Pre- und Postshow auf Patreon
- Marcels Tesla Referral Link https://ts.la/marcel79632
- Phils Tesla Referral Link https://ts.la/philipp85086
- Sono Sion Referral Code: cleanelectric856565
- Slack
- Youtube
- Preshow: Wo bleiben Tesla Model S und X?
- Preshow: Düsseldorfer Bürgermeister fahren Tesla
- Podcast-Empfehlung: „Das Interview“ mit Philip Banse
- Elvah – Elektroautos einfach laden
- Zu viele Ladetarife
- Bundeskartellamt schaltet sich ein
- Tesla schreibt „Brandbrief“
- Mehr Akkus, als wir gerade recyceln können? (Paywall)
- E-Bike statt Verbrenner in Frankreich
- Zug statt Flug in Frankreich
- Liebherr R 976-E
- Ladegeräte für E-LKW von Ekoenergetyka
- Kurios: DIY Solar-Elektro-Fahrzeug von Marc Gyver
- Kurios: EV-Abo beim Kaffeeröster
- Postshow: Segway Apex H2
Photo by Sophie Jonas on Unsplash
Puh – Kaum begeistert mich ein Thema, schon bin ich frustriert wenn ich etwas nicht verstehe 😀
Elvah: Vorweg mal, viel Liebe von mir für das Projekt! Die Lade-Situation war bei mir bisher DER Punkt, außer auf Tesla auf nichts anders zu sparen 😉 Wenn das Problem mal weg wäre, das wäre sehr schön!
Aber: Gowry hat es für mich leider nicht geschafft, dieses Produkt so vorzustellen, dass ich auch direkt verstanden hätte, was es ist, wie es funktioniert und wie es abgerechnet wird 😉 (also ja, in Summe nach langen Kapiteln wurden mal ein paar wichtige Dinge genannt aber das fand ich schon anstrengend zuzuhören ohne zu wissen worum es genau geht)
Klassischer Fall von „Betriebsblind“ oder „zu tief im Thema“ 🙂
Die Vision und Ziele des Unternehmens und was künftig noch kommen könnte in allen Ehren – für die VORSTELLUNG des neuen Produktes hätte ich mir eine knappe Erzählung mit anschließender Detail-Auflösung gewünscht…
So dauerte es eine ganze Weile, bis ich begriff, dass es nicht eine reine Ladesäulen-Such/-Empfehlungs-App ist sondern dass es eine neue „Ladekarte“ ist.
Wie jetzt die Abrechnung genau ist und was wann wie hoch berechnet wird wenn man mitten oder zum Ende des Monats bestellt (die Slack-Frage) … ich sag mal so, die Antwort hat sich mir als Finanz-Laie dann auch nicht erschlossen 😉
Gehe ich nun recht in der Annahme, dass:
– Elvah antritt um _alle_ bisherigen Ladekarten überflüssig zu machen?
– Ich kann also Elvah buchen und brauche KEINE anderen Ladekarten? Es genügt die Elvah-App mit Konto und fertig?
– Mit der Flat zahle (derzeit) 89,-/Monat und kann dafür Laden bis der Akku glüht? Völlig egal an welcher Ladesäule?
Wie läuft denn das technisch? Ich fahre an irgendeine Ladesäule… Woher weiß die App an welcher GENAU ich stehe? Ich hörte in Vergangenen Episoden, dass Säulen erst freigeschaltet werden müssen bevor man den Stecker überhaupt herausnehmen kann? Oder habe ich das falsch verstanden? Kann man den Ladestecker immer nehmen und ins Auto stecken – und dann? Wie startet der Ladevorgang wenn ich keine Karte habe zum einstecken/dran halten? „swipe nach rechts“ habe ich gehört – aber woher weiß die App welchen Stecker von welcher Säule GENAU ich im Auto stecken habe?
Ich habe noch kein E-Auto, höre Euren Podcasts und teils andere in denen immer wieder zu hören ist, was gut und schlecht funktioniert … Daher wäre jetzt eine Erklärung von Elvah für interessierte ZUKÜNFTIGE E-Auto-Fahrer*innen (für mich) interessant gewesen … Alle, die seit Jahren fahren, haben das vermutlich besser verstanden als ich – hoffe ich 😉
Gowry: Wenn meine Annahmen stimmen und Du (oder jemand) mir noch erklären kann wie das mit der Freischaltung und Abbrechnung nun genau läuft – Das wäre ja eine Revolution in diesem Zoo der Lade-Anbieter! Wenn das rentabel ist und sich etabliert – WOW – dann eröffnet Ihr mir (und sicher vielen anderen) die volle Palette an Fahrzeugen die da sind und noch kommen.
(umpf – alle Zeilenschaltungen wurden entfernt – tut mir Leid für den Textblock da oben – ich hatte den schöner aufbereitet)
Hej Boris, entschuldige bitte meine verspätete Antwort und ein grosses Sorry, dass ich mich evtl. nicht verständlich genug ausgedrückt habe. Das ist noch eines der Dinge, die ich lerne(n muss). 😉
Deine Zusammenfassung ist in grossen Teilen absolut korrekt, hier noch kleinere Ergänzungen oder Hinweise:
Abrechnung:
Du kannst unsere Tarife jederzeit buchen. Der Abrechnungszeitraum ist immer exakt ein Monat nach Buchung.
Beispiel: buchst Du am 19. Juni um 10:56 Uhr, dann läuft der Tarif genau einen Monat bis zum 19. Juli 10:55. Hast Du eine Kündigung vorgenommen, endet dieser zum vorgenannten Zeitpunkt. Hast Du eine Änderung Deines Tarifs vorgenommen oder nicht gekündigt, startet die neue Abrechnungsperiode automatisch am 19. Juli 10:56. Ein Tarifwechsel ist jederzeit zur nächsten Abrechnungsperiode möglich. Eine Kündigung ebenfalls. Wir haben keine Fristen.
Ladekarten & Abdeckung:
Unser Ziel mit elvah ist es das Laden wesentlich komfortabler zu gestalten. Das geht natürlich einher mit der Abdeckung der Ladeinfrastruktur, so dass ich nicht zu unterschiedlichen Ladekarten greifen muss.
Flat:
Mit der Flat – zahlst Du basierend auf Deiner Fahrzeugklasse – einen monatlichen Beitrag für alle Ladestationen. Inklusive jener, die wir noch nicht am Netz angeschlossen haben. Die behandeln wir in unserer Flat als „Geld zurück Stationen“. Das kann auch mal ein Hotel sein, was Dir 5€ Pauschale für eine Starkstromsteckdose in Rechnung stellt, die wir Dir in unserem Flat Tarif erstatten. Der Akku darf bis zu unserer Fair Use Policy „glühen“. 🙂 Der Flat Tarif ist für Privatanwender gedacht, die fast ausschliessend an öffentlichen Ladestationen laden.
Unser Flex Tarif ist für Heimlader gedacht, die mal vereinzelt öffentlich laden. Weitere Details findest Du auf unserer Website zu beiden Tarifen. Unser Team gibt sich ziemlich viel Mühe um die zwei Tarife zu erläutern; solltest Du Fragen haben solltest oder Verbesserungsvorschläge für die Erläuterung, freuen wir uns, wenn Du Dich bei uns meldest. 🙂
Ladevorgang:
Du kannst Dir gerne unsere App im Gastmodus anschauen – ohne Dich registrieren zu müssen. Die App lokalisiert Dich und schlägt Dir Ladestationen in Deiner direkten Umgebung vor, basierend auf einer Vielzahl von Faktoren. Sobald Du an der Ladesäule stehst, kannst Du den passenden Ladepunkt für Dein Fahrzeug auswählen.
Bei einigen Ladepunkten kann man den Stecker und das Kabel direkt mit dem Fahrzeug verbinden und den Ladevorgang dann in unserer App „durch einen Slide nach Rechts“ starten. Das ist immer bei Schnellladestationen mit einem CCS oder Chademo Kabel so. Und in einigen Fällen auch bei Typ2/Mennekes Steckern so.
In anderen Fällen, muss erst der Ladevorgang in der App gestartet werden, damit das Kabel überhaupt in die Dose eigesteckt werden kann. Das sind meistens Typ2 Dosen bei „Langsamladern“.
Wir arbeiten aktuell an einer „Autocharge“ Implementierung. Das heisst, Du steckst bei gewissen High Power oder Hyperchargern, die ausschliesslich über einen CCS Stecker verfügen, das Auto einfach an die Säule und die Authorisierung findet automagisch statt und man muss nichts mehr tun. 🙂
Was man bei dieser ganzen Sache verstehen muss: Es gibt hunderte Ladesäulenhersteller. Es gibt über 2300 Ladesäulenbetreiber allein in Deutschland. Die drei verbreitetsten Steckertypen sind Typ2/Mennekes, CCS und Chademo. Dazu gibt es noch über 380 Tarife in Deutschland.
Für die Kundenerfahrung ist nichts standardisiert, entsprechend komplex erscheint es nicht nur, sondern ist es für die Menschen, die auf Elektromobilität umsteigen. Diese Komplexität versuchen wir für meine Mutter zu vereinfachen und lernen täglich, wie wir Dinge besser machen können!
Jede Ladeflatrate hat Zukunft, elvah und JUCR machen es gut, so muss das sein.
In Deutschland haben wir Wucherstrompreise, die schlechtesten der Welt, also müssen wir wie in Kasachstan heute die Regierung entfernen und eine Regierung aufstellen, die uns günstige Strompreise von max. 8 Cent/kWh für alle anbietet, die Stromproduktion kostet in Wirklichkeit nur 3 Cent pro kWh, der Rest sind Fantasiekosten. Strom ist wie Wasser und Essen, Strom muss günstig sein. Dagegen kann Diesel 20 Euro pro Liter.